Verbrenner-Aus ab 2035

Die Umweltministerinnen und Umweltminister der Europäischen Union (EU) haben Ende Juni 2022 mehrheitlich dafür gestimmt, dass ab dem Jahr 2035 keine konventionellen Verbrenner-Autos und -Transporter mehr auf den Straßen der EU neu zugelassen werden dürfen. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Wenn Pkw mit Verbrennungsmotor ausschließlich mit E-Fuels betankt werden, sollen diese weiterhin zugelassen werden.

Der europäische Green Deal wurde im Dezember 2019 vorgestellt und ist seit 2021 in Kraft getreten. Darin ist vorgesehen, dass die EU bis zum Jahr 2050 keine Netto-Treibhausgase mehr ausstößt und quasi klimaneutral wird. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde das Fit-for-55 Paket etabliert. Darin ist vorgesehen die Emissionen im Verkehrswesen bis 2030 um 55 % für Pkw und um 50 % für Lkw zu senken. Ab 2035 sollen dann nur noch emissionsfreie Neuwagen zugelassen werden.

Keine Neuzulassungen mehr für Autos mit Verbrennungsmotor

Mit dieser Maßnahme haben die Umweltministerinnen und Umweltminister mehrheitlich dem Vorschlag der EU-Kommission, dem Aus von Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor ab 2035, gestimmt. Pkw mit Verbrennungsmotor dürfen nur noch dann zugelassen werden, wenn sie mit E-Fuels, die ausschließlich aus Erneuerbaren Energien gewonnen wurden, betankt werden. Das Verbot bezieht sich aber nur auf Neuzulassungen. Demnach ist es auch nach 2035 weiterhin möglich Gebrauchtwagen mit Verbrennungsmotor zu nutzen bzw. zu erwerben. Für das finale Aus der Verbrenner müssen das EU-Parlament und die EU-Staaten aber noch abschießend verhandeln.

Mit E-Fuels zur Klimaneutralität?

Die Hintertür des Abkommens ist das Betreiben der Verbrenner mit E-Fuels. Das Hauptargument für diese Position lautet: An der Autoindustrie hängen zu viele Arbeitsplätze und zudem sei durch das Tanken mit E-Fuels auch die Nutzung von Verbrennungsmotoren klimaneutral. Doch dem entgegenzustellen ist, dass die Herstellung von E-Fuels großer Mengen Energie bedarf. Diese müsste jedoch ausschließlich aus erneuerbaren Quellen stammen, um klimaneutral zu sein. Ein massiver Ausbau von Windrädern und Solaranlagen wäre hier notwendig, dies zu erreichen ist jedoch derzeit unrealistisch. Hinzu kommt, dass der Wirkungsgrad von E-Fuels gerade mal bei 15 % liegt. Im Vergleich dazu sind es bei einem Elektromotor im Schnitt 85 %.

Autoindustrie widmet sich dem Umstieg auf alternative Antriebslösungen

Auch die Autohersteller wissen seit Bekanntgabe des Green Deals und dem Fit-For-55 Paket, dass ein Ausstieg aus dem Verbrenner für 2035 geplant ist. Viele Autohersteller haben sich bereits eigene Ziele für den Ausstieg gesetzt. Opel plant die Umsetzung bereits für 2028. Ford will ab 2030, Volkswagen zwischen den Jahren 2033 und 2035 seinen Verkauf mit Verbrennern in Europa einstellen. Hyundai setzt sich dieses Ziel für 2035. Diese Autohersteller für Pkw widmen sich verstärkt dem Thema Elektromobilität. Für Lkw wird ein breiterer, technologieoffener Ansatz, von LNG über Batterien bis Wasserstoff, verfolgt.

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