Die Unzufriedenheit über die Mobilitätsmöglichkeiten vor Ort wächst und die guten Vorsätze drohen in Vergessenheit zu geraten.

Bahn oder Flugzeug - Wochenendpendeln ohne Auto

Guten Gewissens hatte ich mein Auto verkauft, auf den ersten Blick Geld gespart und gleichzeitig noch etwas für die Umwelt und Luftqualität in Stuttgart getan. Denn nirgends war die Feinstaubproblematik damals so präsent wie am Stuttgarter Neckartor. Doch mit der Zeit bekam mein Optimismus erste Risse. Komfort, Kosten und Flexibilität, im Grunde fiel alles negativer aus als vorher angenommen. Hinzu kam das Pendeln am Wochenende, im Grunde am liebsten mit der Bahn. Bei aller guter Planung, immer auf Angebote wartend, wurde es dann zumeist doch der Flieger. Günstiger, zuverlässiger und schneller. Bei kaum einer Fahrt am Freitag mit der Bahn gab es keine Probleme und Verspätungen. Natürlich hatte man manchmal auch mit dem Flieger Unregelmäßigkeiten, aber hier hatte man von Haus aus schon einen Zeitvorsprung von 4,5 Stunden. Problematisch wurden jedoch die kurzfristigen Entscheidungen nach Berlin zu fahren, denn nach 19:00 Uhr war es quasi nicht möglich ohne Auto nach Berlin zu kommen. Zudem war es so kurzfristig unverschämt teuer.

Das Zuverlässigkeitsproblem der Bahn

Das Fass zum Überlaufen gebracht hatte es dann ein spätabendlicher Sonntag. Ich bin mit ein wenig Verspätung am Flughafen in Stuttgart gelandet. Zwanzig Minuten habe ich auf die S-Bahn gewartet, um am Bahnhof Schwabstr. in die nächste Bahn umzusteigen zu können. Regulär sollte diese dort rund zwanzig Minuten später ankommen. So wurde es auch am Anzeiger angezeigt. Das Blöde an der Sache war nur, dass sie, mal wieder, einfach nicht kam. Ohne Ansage, ohne Begründung, ohne irgendeine Info saß ich da und durfte noch einmal eine halbe Stunde warten. Sehr schlecht gelaunt bin ich dann mit der nächsten Bahn nach Hause gefahren, bzw. zur Station an der mein Fahrrad stand. Endlich angekommen ging ich zu meinem Fahrrad, um noch schlechtere Laune zu bekommen. Alle Kabel waren durchgeschnitten. Gleich am nächsten Tag habe ich mich hingesetzt und eine Pro- und Contra Liste für ein eigenes Auto gemacht.

Blick aus dem Flugzeug auf Berlin

Pro- und Contra Liste - das Auto vs. den ganzen Rest

Angefangen habe ich die Liste mit den Kosten: Monatskarte, Carsharinggebühren und Mobilitätskosten bei Ausflügen gegenüber Autoanschaffungskosten, Steuern, Sprit, Versicherung und Wartungskosten. Der Unterschied war in meinem Fall wesentlich geringer als erwartet. Beim Faktor Komfort und Flexibilität macht dem Auto keiner etwas vor. Beim Thema Zuverlässigkeit kann man die betriebliche Unzuverlässigkeit der Öffis mit der Stausituation in Stuttgart gleichsetzen. Doch der Faktor der zusätzlichen Flexibilität führte dazu, dass ich mir dann doch vorgenommen hatte wieder ein Auto zu kaufen. Mit einem schlechten Umweltgewissen habe ich es dann auch getan und es auch nicht bereut. Um der Stausituation aus dem Weg zu gehen kam später auch noch ein Elektroroller dazu. Stau umfahren und den Akku bei der Arbeit laden - eine Win-Win Situation. Das Auto habe ich zum Einkaufen und für lange Fahrten oder auch bei längeren Aufhalten in der Heimat genommen und den Roller für den Arbeitsweg genutzt. 

Nach acht Jahren wurde es dann Zeit für den nächsten Umbruch. Der Rückzug nach Berlin mit ungleich mehr Möglichkeiten bei den Mobilitätsangeboten stand vor der Tür. Hier wurden die Karten neu gemischt, doch was passierte mit dem Auto und dem Roller?

Der Roller auf der Straße

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