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Agrosprit klimaschädlicher als fossile Kraftstoffe?

Eine Studie der Deutschen Umwelthilfe zeigt, dass die Erzeugung von Solarstrom für E-Fahrzeuge anstelle der Herstellung für Agrosprit für Verbrenner bei gleicher Kilometerleistung 97 Prozent weniger Fläche einnehmen und somit auch weniger CO2 emittieren würde.

Feld mit Strommast

Foto: shutterstock/dena

Agrosprite oder auch E-Fuels genannt, sind Kraftstoffe, die aus Pflanzen hergestellt werden. Die Pflanzen werden als Kulturpflanzen auf Agrarflächen angebaut und stehen damit in einer direkten Konkurrenz zum Anbau von Nahrungsmitteln. Das Potential der Agrokraftstoffe liegt darin, dass diese für eine CO2-neutrale Nutzung in Verbrennungsmotoren genutzt werden könnten. Damit ließe sich ein Umstieg auf die Elektromobilität teilweise umgehen, um die Verbrenner, die im Umlauf, klimaneutral weiter nutzen zu können – so zumindest die Idee dahinter. Die Studie der Deutschen Umwelthilfe zeigt jedoch auf, dass der CO2-Ausstoß beim Anbau der Nutzpflanzen zur Herstellung der E-Fuels gleich dem der konventionellen fossilen Kraftstoffe ist. Hinzu kommt, dass die Werte für die Emissionen von Ammoniak und Kohlenmonoxid beim Fahren doppelt bzw. dreimal höher sind.

Deutschland benötigt derzeit 1,2 Mio. Hektar Land alleine für E-Fuels

Um den aktuellen Bedarf an E-Fuels zu decken, reichen die verfügbaren Flächen in Deutschland nicht aus. Daher werden global gesehen für die Herstellung von Diesel und Benzin auf 1,2 Millionen Hektar Getreide, Raps und andere Arten angebaut. Davon befinden sich nur rund 40 % dieser Flächen in Deutschland selbst. Diese Ackerflächen und der Ertrag daraus könnten auch für die Nahrungsmittelproduktion in den jeweiligen Ländern genutzt werden, fallen so jedoch weg und das in Regionen, die oft schon mit Nahrungsmittelknappheit zu kämpfen haben. Das Pflanzen von Monokulturen schadet zudem den Böden und kann auf längere Sicht dazu führen, dass die Nährstoffe darin verloren gehen. Dieser Prozess ist oft unumkehrbar, so dass diese Böden dann langfristig nicht mehr zu Bewirtschaftung nutzbar sind. Das ist besonders problematisch, da durch klimatische Veränderungen und falsche Bewirtschaftung ohnehin schon immer weniger Böden und Flächen landwirtschaftlich nutzbar werden.

Alternative Nutzung könnte CO2 einsparen

Würden stattdessen die Monokulturen einer natürlichen Vegetation weichen, so ließen sich über einen Zeitraum von 30 Jahren im Durchschnitt 16,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aus der Atmosphäre binden. Damit würden 7,2 Millionen Tonnen CO2 mehr eingespart werden, als durch die Nutzung der Biokraftstoffe in Deutschland 2020 zu erzielen sind. Die zusätzlichen Emissionen, die durch den Flächenverbrauch im Herstellungsprozess entstehen, sind in den Einsparungen durch die Nutzung von E-Diesel und E-Benzin jedoch nicht enthalten. Somit sind die berechneten Werte oft nicht aussagekräftig, wenn es um den Vergleich vom Emissionsausstoß geht.

Strom aus erneuerbaren Energien verbraucht weniger Fläche und spart mehr CO2 ein

Elektrofahrzeuge fahren mit Strom. Betankt werden sie in Deutschland mit dem deutschen Strommix, der derzeit aus 54 % fossiler Energien und zu 46 % aus Erneuerbaren besteht. Der Flächenverbrauch für die Installation und Bereitstellung von erneuerbaren Energieträgern wie Wind und Sonne, ist um ein Vielfaches geringer, als bei der Herstellung von E-Fuels im Verhältnis zur Menge gewonnener Energie. Fährt ein Pkw mit Strom aus Photovoltaik-Anlagen, so verbraucht er im Gegensatz zu einem Verbrenner mit E-Fuels 97 % weniger Fläche für die Gewinnung derselben Kilometerleistung.

Weitere Informationen zum Thema E-Fuels finden Sie hier.

Deutsche Energie-Agentur GmbH

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Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) informiert im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz mit dieser Informationsplattform zur Verkehrs- und Mobilitätswende. Darüber hinaus erhalten Hersteller und Händler Informationen zur Umsetzung der novellierten Pkw-Energie­verbrauchs­kennzeichnungs­verordnung (Pkw-EnVKV). Dabei handelt es sich um allgemeine Hinweise, die nicht rechtsverbindlich sind. Für konkrete Fragen ist ggf. eine Rechtsberatung einzuholen. Die dena übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der mittels des Online-Tools zur Erstellung eines Pkw-Labels berechneten Ergebnisse. Entscheidend sind u. a. die Herstellerangaben.

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