Hybridfahrzeuge verzeichnen enorme Wachstumsraten. Allein im Jahr 2020 stieg die Anzahl der in Deutschland neuzugelassenen Hybride um satte 68 Prozent auf 327.000 – obwohl sie nicht vom Umweltbonus profitieren.

Quelle: Kraftfahrt-Bundesamt (KBA)
Stand Januar 2021

Vergleich Alternative Antriebe

Der Grundgedanke des Hybrids lautet, die Vorteile des Elektro- und die des Verbrennungsmotors zu kombinieren. Überschüssige Leistung – beispielsweise bei Bremsvorgängen – speichert die Batterie. Sie treibt den Elektromotor an, der den Verbrenner gezielt entlastet, insbesondere beim Anfahren. Damit sparen Hybride vor allem im Stadtverkehr Sprit ein – je nach System etwa 15 bis 25 Prozent. Rein elektrisches Fahren ermöglichen allerdings nur sehr wenige Hybrid-Modelle, und das auch nur über sehr kurze Strecken. Im Gegensatz zu Plug-in-Hybride  bieten klassische Hybridfahrzeuge keine externe Stromlademöglichkeit, sondern werden ausschließlich mit Benzin oder Diesel betankt.

 

Technische Aspekte

Aufbau des Antriebs

Im Wesentlichen werden bei Hybriden zwei verschiedene Antriebskonzepte unterschieden: Mild- und Vollhybride.

  • Bei einem Mildhybrid dient der Elektromotor ausschließlich zur Unterstützung des Verbrennungsmotors beim Anfahren und Beschleunigen. Die Batterie kann die Bremsenergie zurückgewinnen, die bei Verbrennern normalerweise verloren geht – insbesondere innerstädtisch ein klares Plus.
  • Ein Vollhybrid besitzt alle Eigenschaften eines Mildhybrids, hat aber einen deutlich leistungsstärkeren Elektromotor. Der Elektromotor übernimmt das Anfahren vollständig, sodass in dem Bereich, in dem der Verbrennungsmotor einen sehr schlechten Wirkungsgrad hat, kein Kraftstoff verbraucht wird. Und beim Beschleunigen und Überholen speist die Batterie zusätzliche Energie ein. Insgesamt achtet der Vollhybrid darauf, dass die Leistungen des Verbrennungs- und Elektromotors für einen maximalen Wirkungsgrad optimiert werden.

Reichweite

Hybride weisen die gewohnten Reichweiteneigenschaften von Benzinern oder Diesel-Pkw auf.

Sicherheit

Hybride sind genauso sicher wie Fahrzeuge mit konventionellen Antrieben. So wird beispielsweise das Hochspannungsnetz bei Unfällen automatisch unterbrochen.

Marktsituation

Modellangebot

Als Autofahrer haben Sie mittlerweile eine enorm große Auswahl, alle großen Hersteller setzen auf die Hybridtechnologie. In Deutschland sind aktuell über 40 Modelle verfügbar. Das Angebot bedient verschiedene Segmente vom Kleinwagen bis zur Oberklasse und stellt auch innerhalb der Segmente unterschiedliche Fahrzeugmodelle zur Auswahl.

Stand der Infrastruktur

Hybride tanken wie gewohnt Benzin oder Diesel. Die Batterie kann nicht extern geladen werden, es handelt sich um ein geschlossenes System.

Kosten

Anschaffungskosten

Die Anschaffungskosten eines Hybrids liegen aufgrund der zwei Motoren, der größeren Batterie und der zusätzlichen Systeme etwas höher als beim Benziner oder Diesel. Beim Mildhybrid sind es etwa 1.000 bis 2.000 Euro, beim Vollhybrid können die Kosten 4.000 bis 8.000 Euro höher liegen.

Fördermaßnahmen

Aktuell gibt es keine Fördermaßnahmen für Mild- oder Vollhybride. Der Umweltbonus gilt nur für Plug-in-Hybride.

Steuern / Abgaben

Hybride haben einen geringeren Kraftstoffverbrauch und somit auch geringere CO2-Emissionen. Das wirkt sich positiv auf die Kfz-Steuer aus.

Wartungskosten

Die Wartungskosten von Hybriden können leicht über denen von Benziner oder Diesel liegen.

Energiekosten

Mit Hybriden sparen Sie vor allem im Stadtverkehr mit viel Stop-and-Go-Verkehr Kraftstoff ein. So sind die jährlichen Energiekosten zum Beispiel beim Toyota Auris Hybrid 350 Euro niedriger als bei der reinen Benzinervariante.

Umwelt

Durch den geringeren Kraftstoffverbrauch emittieren Hybride etwa 15 bis 25 Prozent weniger CO2 als konventionelle Verbrenner. Allerdings tritt dieser CO2-Vorteil nur in Städten und Ballungsgebieten auf. Auf der Autobahn oder Landstraße gibt es keinen Verbrauchsvorteil und somit auch keine geringeren Emissionen. Auch bei den Schadstoffen – Stickoxid- und Feinstaubemissionen – ergibt sich keine wesentliche Reduzierung.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Deutsche Energie-Agentur GmbH

Rechtlicher Hinweis

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