Katharina Lucà ist Unternehmenssprecherin des ADAC.
Was genau ist das Pkw-Label?
Lucà (ADAC): Das Pkw-Label liegt in Autohäusern aus und bietet eine schnelle Übersicht über Verbrauch, Reichweite und CO₂-Emissionen von Fahrzeugen. Für Verbrenner gibt es Angaben zum Kraftstoffverbrauch, für Elektroautos zum Stromverbrauch und zur elektrischen Reichweite, während Plug-in-Hybride beide Werte ausweisen. Die Einordnung erfolgt über eine Farbskala, die man von Haushaltsgeräten kennt: von dunkelgrün (Klasse A, keine CO₂-Emissionen) bis rot (Klasse G, hohe CO₂-Emissionen).
Welchen Nutzen hat das Label für Verbraucherinnen und Verbraucher?
Lucà (ADAC): Das Label hilft, Fahrzeuge schnell und einfach zu vergleichen, insbesondere im Kaufprozess. Es zeigt Verbrauchswerte für verschiedene Streckentypen, etwa Stadtverkehr oder Landstraße, sodass Kaufinteressierte eine realistische Einschätzung ihrer zukünftigen Kosten erhalten. Zudem enthält das Label Informationen zu den Energiekosten bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern sowie zur Kfz-Steuer. Dadurch erhalten Verbraucherinnen und Verbraucher einen umfassenden Überblick über die zu erwartenden Betriebskosten.
Das Pkw-Label gibt es bereits seit 2011. Was ist jetzt neu?
Lucà (ADAC): Die aktuellen Verbrauchs- und Emissionswerte werden unter realitätsnäheren Bedingungen ermittelt. Zudem basiert die Farbskala nun auf den absoluten CO₂-Emissionen. Damit sehen Kaufinteressierte sofort, wie viel CO₂ ein Fahrzeug pro Kilometer ausstoßt. Dies wird zunehmend wichtiger, da fossile Kraftstoffe mit einem CO₂-Preis belegt sind – je höher der Verbrauch, desto teurer die langfristigen Betriebskosten.
Was bedeutet das konkret für ein Fahrzeug mit CO₂-Klasse B?
Lucà (ADAC): Ein Fahrzeug der CO₂-Klasse B gehört zum grünen Bereich der Skala und ist somit besonders effizient. Es emittiert maximal 95 Gramm CO₂ pro Kilometer. Durch eine sparsame Fahrweise können die Kraftstoffkosten über zehn Jahre hinweg niedrig gehalten werden. Das Label ermöglicht es, solche Informationen auf einen Blick zu erfassen und eine fundierte Kaufentscheidung für ein effizientes Fahrzeug zu treffen. Noch besser schneiden nur Fahrzeuge der Klasse A ab, darunter Elektroautos, die keinerlei CO₂ ausstoßen.
Haben Sie ein Beispiel für die Kostenunterschiede zwischen verschiedenen Fahrzeugklassen?
Lucà (ADAC): Ein Vergleich zwischen einem Benziner der Kompaktklasse mit CO₂-Klasse D und einem kompakten Elektroauto der Klasse A zeigt deutliche Einsparpotenziale. Bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern kann die Ersparnis über zehn Jahre hinweg bei rund 8.000 Euro liegen. Dies liegt unter anderem daran, dass Elektrofahrzeuge nicht von steigenden CO₂-Preisen betroffen sind und die Kfz-Steuer für sie oft deutlich günstiger ausfällt. So zeigt das Pkw-Label auf einen Blick, welches Auto langfristig die besseren wirtschaftlichen und umweltfreundlichen Eigenschaften besitzt. Hier geht es zum Pkw-Kostenrechner von Alternativ Mobil.